Archivnutzung

Nach der Anordnung über die Sicherung und Nutzung der Archive der katholischen Kirche (Kirchliche Archivordnung – KAO) dokumentieren die Archive der katholischen Kirche das Wirken der Kirche und dienen auch der Erforschung der Geschichte der Kirche, ihrer Verwaltung und der Rechtssicherung. Die KAO geht der Anordnung über den kirchlichen Datenschutz (KDO) als besondere kirchliche Rechtsvorschrift im Sinne von § 1 Abs. 3 KDO vor, vgl. § 2 KAO. Dies wird auch für das im Mai 2018 wirksam werdende Gesetz über den Kirchlichen Datenschutz (KDG) gelten. Die KAO gilt insbesondere für die Archivierung von Unterlagen einer (Erz-)Diözese, deren Kirchengemeinden oder Kirchenstiftungen sowie der Verbände von Kirchengemeinden.

Die Nutzung von Archivgut ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Diese bestimmen sich insbesondere nach § 8 KAO, wobei ausdrücklich darauf hinzuweisen ist, dass nach dem Gesetz kein Anspruch auf eine bestimmte Form der Nutzung besteht. Weiterhin kann eine Nutzung unter den in der KAO genannten Voraussetzungen ganz oder für Teile des Archivguts untersagt werden. Entsprechendes gilt für Auskunftserteilungen aus dem Archivgut. Die Vorschrift des § 8 KAO zur Nutzung ist von verantwortlicher Seite immer zu prüfen, bevor eine Nutzung zugelassen oder eine Auskunft erteilt wird. Zu den Gründen für eine Untersagung zählt auch, wenn durch eine Nutzung ein nicht vertretbarer Aufwand entstehen würde. Daher muss nicht jedes Begehren, dass ein Antragsteller z. B. an eine Kirchengemeinde richtet, auch erfüllt werden. Gerade in den Zeiten, in denen Kirchengemeinden mit weniger Personal auskommen müssen, muss von den Verantwortlichen abgewogen werden, welche Aufgaben leistbar sind und welche nicht. Das Durchsuchen von Archiven kann zu einem erheblichen Aufwand führen, so dass das Merkmal nach § 8 Abs. 3 Nr. 4 KAO erfüllt ist mit der Konsequenz, dass die Nutzung des Archivs oder eine Beauskunftung versagt werden kann.

Auch sind die in der KAO vorgegebenen Schutzfristen nach § 9 KAO zu beachten. Vor Ablauf der Schutzfrist ist grundsätzlich keine Nutzung des betreffenden Archivguts zulässig. Allenfalls in besonders begründeten Ausnahmefällen ist mit Genehmigung des Ortsordinarius eine Nutzung vor Ablauf einer Schutzfrist möglich.

Darüber hinaus ist hervorzuheben, dass für die Zeit nach dem 1. Januar 1876 die Standesämter über geeignete relevante Unterlagen verfügen, so dass in allen Fällen, die sich auf Fragen ab diesem Zeitraum beziehen, die Anfragenden auf die Standesämter und die dort vorhandenen Informationen verwiesen werden können.

 

Aktuelle Meldungen zum Datenschutz

Mitteilungspflicht der Kontaktdaten von Datenschutzbeauftragten nach KDG

Dortmund, 19.01.2018 – Ab dem 24. Mai 2018 sind dem Katholischen Datenschutzzentrum als Aufsichtsbehörde die Kontaktdaten der betrieblichen Datenschutzbeauftragten der kirchlichen Stellen und Einrichtungen mitzuteilen. Mit Inkrafttreten des Gesetzes über den Kirchlichen Datenschutz (KDG) zum 24. Mai 2018 werden Verantwortliche und Auftragsverarbeiter dazu verpflichtet sein, die Kontaktdaten ihrer betrieblichen Datenschutzbeauftragten der zuständigen Datenschutzaufsicht mitzuteilen. Für […]

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Sicherheitslücke in Millionen von Computerchips

Dortmund, 18. Januar 2018: Zu Beginn des Jahres 2018 wurde eine Sicherheitslücke bekannt, von der eine immense Zahl von Computern und Smartphones betroffen sind. Das große Gefährdungspotential ergibt sich aus der grundlegenden Konstruktionsweise der in den Geräten arbeitenden Prozessoren (CPU). Dass eine sehr hohe Zahl an Geräten nun unverzüglich gegen die Gefahr gesichert werden muss […]

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DIN 66398: Löschen – aber mit Konzept!

 Paradigmenwechsel In der klassischen Welt der automatischen Informationsverarbeitung ist das „Löschen von Daten“ eigentlich kein Thema. Im Gegenteil: Alle Bestrebungen sind darauf gerichtet, einen Datenverlust zu vermeiden. Es werden große Anstrengungen unternommen, um Backup- und Restore-Prozeduren zu implementieren und zu testen. Daten werden in immer größeren Umfängen („Big Data“) und für immer längere Zeiträume online […]

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Schriftenreihe „Praxishilfen“ veröffentlicht

Die Konferenz der Diözesandatenschutzbeauftragten der Katholischen Kirche Deutschlands gibt eine neue Schriftenreihe „Praxishilfen“ zum Umgang mit den Bestimmungen des neuen Gesetzes über den kirchlichen Datenschutz (KDG) heraus. Die Schriftenreihe, die in zunächst 18 Broschüren zu den zentralen Themen des KDG erscheint, dient als erste Orientierung, wie nach Auffassung der Diözesandatenschutzbeauftragten das KDG im praktischen Vollzug angewendet werden […]

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