Im Dezember 2022 wurde das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS1) gegründet. Bereits 2019 hatte das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) eine Marktanalyse in Auftrag gegeben, die kritische Abhängigkeiten von einzelnen Technologieanbietern aufzeigte. Diese Analyse zeigte die Notwendigkeit, die digitale Souveränität in der öffentlichen Verwaltung zu steigern.
Das ZenDiS soll als Kompetenz- und Servicezentrum fungieren und die Verfügbarkeit moderner, leistungsfähiger und skalierbarer Open-Source-Software (OSS) Lösungen für die Verwaltung sicherstellen. Verfolgt wird ein ganzheitlicher Ansatz mit drei Säulen:
- Strategische Koordination und Entwicklung
Stärken der digitalen Unabhängigkeit auf allen Verwaltungsebenen; Entwickeln und bereitstellen von bedarfsgerechten und passgenauen OSS-Lösungen.
- Förderung und Vernetzung
Beratung und Förderung der Vernetzung von OSS-Projekten in der Verwaltung; Gewährleistung eines zuverlässigen Betriebes der ZenDiS-Lösungen.
- Verantwortung für Schlüsselprojekte
Verantwortung für Zentrale Projekte wie die openCode-Plattform oder den souveränen Arbeitsplatz openDesk.
Eines der zentralen Projekte des ZenDiS ist die Plattform „openCode“. Dies ist die zentrale Plattform der öffentlichen Verwaltung zum Austausch von Open-Source-Software. Die Plattform steht unter dem Motto: Von der öffentlichen Hand, für die öffentliche Hand. Anfang 2025 arbeiten auf der openCode Plattform mehr als 5.300 Nutzende an mehr als 2.200 Projekten.
Die Projektbandbreite auf der openCode-Plattform erstreckt sich vom webbasierten Open-Source-Helpdesk-System „Zammad“ bis hin zum „openDesk“.
Das Projekt „openDesk“2 ist die Weiterentwicklung des „Souveränen Arbeitsplatzes“, einer Initiative des BMI. OpenDesk ist eine Office- und Kollaborationssuite, die speziell für die öffentliche Verwaltung entwickelt wurde. Der openDesk Arbeitsplatz ist browserbasiert und nutzt marktgängige Open-Source Komponenten. Laut ZenDis wird bei der Entwicklung der Fokus auf Modularität, Herstellerunabhängigkeit und Austauschbarkeit gelegt, um möglichst flexibel zu bleiben.
Die Roadmap der in den nächsten Monaten zu erwartenden Funktionen und Updates zeigt, dass es sich um ein lebendiges Projekt handelt. Auch der Einsatz des openDesk bei z. B. dem Robert-Koch-Institut oder beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie belegen dessen praxistauglichen Ansatz.



